Somatische Subjektivität entwicken

 

„Somatische Subjektivität ist der auf eigener Erfahrung beruhende Grund, von dem her der Leib ein persönliches Selbst formt, das jede Person „ich“ („me“) nennt.  Es ist das Persönlich machen des universellen Lebensprozesses von dem aus ein menschlicher individueller Organismus sagen kann „ich bin“ („I am“).“ 
Stanley Keleman 2016

Subjektivität ist nicht gegeben.  Sie muss geformt werden durch freiwillige motorische Akte, mit denen wir eine innere Struktur bilden und die uns ein Empfinden von uns selbst verschaffen, etwas das von uns selbst zu uns selbst kommt.  Subjektivität ist im Grunde ein Akkordeonmotorischer willentlich geformter Verhaltensmuster. Es ist eine somatische Sprache, die unterentwickelt ist. Und um eine Sprache zu lernen, braucht es Übung und Zeit. In Bezug auf Subjektivität spielt insbesondere das Lernen kleiner Akte eine grosse Rolle.


Der Gebrauch der Hände als Zugang zu Subjektivität

Hände sind die wandlungsfähigsten Teile der Körperwand; sie verfügen über eine außerordentliche Skala an möglichen Bewegungen.  Handgebärden geben ebenso wie die Formen einer allgemeinen Haltungdem Soma Feedback über Gefühl und Intention. Sie sind einzigartig in ihrer Fähigkeit mit der inneren und der äußeren Welt des zu kommunizieren.
Handgebärden sind Rahmen muskulärer, kortikaler und emotionalerOrientierung.  Verändern wir die Form der Hand so schaffen wir ebenfalls eine abgestufte Veränderung der Raumes, des Druckes und der Zeit. Alle diese Veränderungen sind gleichzeitig eine Kommunikation des Leibes mit sich selbst und mit seinem Kortex.   Sie sind ein Beispiel für einen lokalen Einsatz, der ein generalisiertes Verhaltensmuster des Leibes beeinflusst.
Durch den Gebrauch willentlichen Einsatzes, können wir unsere leibliche Erfahrung beleben, um uns kennen zu lernen und um Gefühl und Intention in Bezug auf uns selbst und auf andere zu beeinflussen.  Das Differenzieren von Handgebärden und Haltungen ist ein Zugang zu subjektiver Erfahrung.  Unsere Hände werden zu einem somatischen Werkzeug für das Formen eines persönlichen Selbst.
Der Übungstag bietet die Möglichkeit, innerhalb des eigenen Übens die Erfahrungdarüber zu differenzieren, wie anatomische Veränderung und damit Verhaltensänderung geschieht, wie viel Veränderung ein Organismus von seinen genetischen und gelernten Voraussetzungen her mit willentlichem muskulär- kortikalem Einsatz managen kann, welches Tempo er hierfür brauchtund welche Intensität. Es geht darum, den eigenen „Übungspuls“ (Tempo, Intensität, Dauer) zu kultivieren und damit eine kompetente Anwendung derformativen Methode für sich selbst sowie für die Arbeit mit anderen Menschen zu fördern.

 

Übungstage:

Termine:             1. April, 2. September, 9. Dezember 2017
                                Jeweils 10.00 – 15.00 Uhr mit 1 stündiger Pause
Leitung:              Carola Butscheid und Gine Dijkers              
Kosten:                100,- pro Tag

Die Übungstage können einzeln belegt werden.